Oh wie schön ist Panama

Hola!

Für diesen wieder längeren Tripp habe ich diesen Reiseblog wieder aktiviert und werde euch versuchen (sofern es überhaupt noch Leser gibt) auf dem laufenden zu halten.

Am Montag haben Fabi und ich uns aufgemacht zu unserem ersten großen gemeinsamen Urlaub. Urlaubsreif waren wir wohl beide, Fabi hat sein Masterstudium und Masterarbeit sehr erfolgreich beendet und ich brauchte nach sieben Monaten durcharbeiten auch mal ein bisschen Abstand zum Bürostuhl.
Um sieben ging unser Flieger nach Frankfurt. Wir danken hier nochmal den Lufthansa Piloten, dass sie rechtzeitig wieder aufgehört haben zu streiken. Schließlich begann der 12 Stunden Flug nach Panama City. Eine ziemlich langweilige Angelegenheit, weil das Unterhaltungsprogramm jetzt nicht so die Kracher bereitgehalten hat. Da wir komplett über Tag geflogen sind, war auch schlafen nur bedingt möglich.

Nachdem die erste Etappe geschafft war und wir erfolgreich am Tocumen Airport ins Land eingereist sind. Sind wir auf gut Glück den Public Transport Schildern folgend und ein paar Einheimische fragend zur Bushaltestelle gekommen. Der Bus hat uns direkt zur Aalbrook Station gebracht, quasi der ZOB. Dort haben wir dann auch tatsächlich zwei Tickets für den Nachtbus kommen, der uns die nächsten elf Stunden quer durchs Land nach Almirante gebracht hat. Auf der Reise haben wir Larry, einen sehr gesprächigen alten Amerikaner und Ruben, einen Niederländer kennengelernt. An die haben wir uns dann rangehängt und sind so wohlbehalten auf unserem ersten Etappenziel der Insel Bastimentos angekommen. Die Fahrt von Almirante nach Badtimentos war super, via Wassertaxi ca. 45 Minuten über das Wasser flitzen und schön durchgepustet werden, dabei einen schönen Sonnenaufgang sehen, war ja gerade mal sieben Uhr.
Auf Bastimentos war das Hostel Bubba’s House schnell gefunden. Einchecken konnten wir erst ab 12.00, deswegen sind wir erstmal aus Erkundungstour gegangen. Vorbei an Häusern, Hügel rauf und runter, auf Trampelpfaden einmal auf die andere Seite der Insel um zum Wizard Beach zu kommen. Dort waren wir bis auf zwei Surfer komplett alleine am Strand und haben erstmal unseren Reisemief von über 33 Stunden Reisezeit abgewaschen.

Die Hitze und Luftfeuchtigkeit haben uns gut zu schaffen gemacht. Entsprechend haben wir den Rest des Tages nur noch grob unsere kommende Route geplant, uns für einen Trip für den nächsten Tag angemeldet und Bocas del Toro eine Stippvisite beschert.

Unser Ausflug am Mittwoch ging geschmeidig erst um 10:30 Uhr los, sodass wir entspannt im Hostel frühstücken konnten. Danach hat uns Antoine mit seinem Boot abgeholt, der Rest der 6 Mann Gruppe wurde noch eingesammelt und hab ging es zum ersten Schnorchelort Coral Key. Auf dem Weg dorthin wurde ein kleiner Wunsch von Fabi erfüllt und wir haben mehrere Delfine gesehen und einige Zeit beobachtet. Nach dem ersten Schnorchelgang fuhren wir weiter zur Zapatilla Island, einer Karibik Insel wie sie im Buche steht. Palmen, Strand, Meer, Wellen, Kokosnüssen, Vögeln udn anschneinend auch Schlangen, wenn man der abgeworfenen Haut glauben darf, die eir aufm Weg gefunden haben. Der Inselrundweg war gesperrt, also sind wir nur ein wenig am Strand längs gewandert um dann wieder Schnorcheln zu gehen. Die Vegetation war jetzt nicht so der Bringer unter Wasser, aber man wurde anderweitig entlohnt. Antoine war in der Zwischenzeit fischen und hat seinen Fang auf Palmenblättern über Feuer gebraten. Dazu gab es noch frische Kokosnuss, absolut lecker!

Auf dem Rückweg wurde noch ein Stopp bei Sloth Island gemacht und tatsächlich konnten wir drei Faultiere entdecken und sie haben sich sogar bewegt! Das eine hat sich am Bauch gekratzt und das andere ist sogar geklettert!! 

Unser letzter Stopp war bei der Bar Blue Coconut. Dort bin ich auch nochmal schnorcheln gegangen und das war der beste Schnorchelspot von allen drein an dem Tag! Leider hat man bei allen dieser drei Orte gesehen, wie stark die Korallen zerstört sind. Größtenteils direkt von den Menschen, die dort Schnorcheln, weil sie sich einfach hinstellen in dem relativ flachen Gewässern und damit die Korallen einfach zertreten. Nach einem Abschlusscocktail ging es dann gen Old Banks. Nachdem wir den schönen Regenbogen noch im Trockenen bewundert haben, sind wir dann kurze Zeit später gut nass geregnet worden. Das machte aber nicht, da einem dann wenigstens ein wenig kühler wurde. 

Nachdem wir auch richtig geduscht haben, zum Glück war gerade Süßwasserzeit im Hostel, sind wir Essen gegangen. Zum krönenden Abschluss haben wir uns jeder einen Hummer gegönnt, bei 13$ pro Stück hat das jetzt auch nicht unbedigt unsere Reisekasse gesprengt. Frisch aus dem Meer und lecker mit karibischer Sauce zubereitet, ein Traum!

Was die Süßwasserzeit im Hostel betrifft, eine kurze Erklärung: Bastimentos befindet sich quasi noch im Aufbau Richtung Tourismusinsel, deswegen ist das Süßwasserreservoir noch zu klein ausgelegt und es besteht eine notorische Wasserknappheit. Deswegen sind alle Inselbewohner und auch Touristen angehalten, Wasser zu sparen. Das schlägt sich in diesem Fall in Duschzeiten nieder. Zwischen 6:30 und 8:30 am morgen und ab 18:00 bis Ende gab es Süßwasser für den Tag zum duschen und Hände waschen. Danach musste man sich mit Flaschenwasser aushelfen. In der Zwischenzeit werden die Toiletten mit Salzwasser gespült.

Am Donnerstag hieß es dann wieder Abschied nehmen. Ein wenig schade, denn gut gefallen hat es uns schon, aber wir sind auch gespannt, was uns noch alles erwartet.

Um ein wenig Geld zu sparen, haben wir uns gegen den organisierten Transport nach Puerto Viejo de Talamanca (in Costa Rica) entschieden und sind es auf eigene Faust angegangen. Das hieß Wassertaxi von Bastimentos nach Bocas del Toro, dort Frühstück kaufen, weiter mit dem Wassertaxi nach Almirante, dort mit dem Taxifahrer einen Preis nach Guabito ausgehandelt. So ging es mit einem Taxi in einer rasanten, Bass lastigen, nicht angeschnallten Fahrt mit zwei Kontrollen von Soldaten zur Grenze. Die Ausreise gestaltete sich als unproblematisch und schnell, zu Fuß ging es dann über die Brücke nach Sixaola (Costa Rica) auch hier kein Problem bei der Einreise. Den Bus nach Puerto Viejo haben wir knapp verpasst, aber nun geht es an riesigen Bananenfeldern vorbei dorthin.

Hasta luego

Ilka und Fabi
PS: Fotos folgen

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Oh, wie schön ist Panama!

Hola!

Für diesen wieder längeren Tripp habe ich diesen Reiseblogg wieder aktiviert und werde euch versuchen (sofern es überhaupt noch Leser gibt) auf dem laufenden zu halten.

Am Montag haben Fabi und ich uns aufgemacht zu unserem ersten großen gemeinsamen Urlaub. Urlaubsreif waren wir wohl beide, Fabi hat sein Masterstudium und Masterarbeit sehr erfolgreich beendet und ich brauchte nach sieben Monaten durcharbeiten auch mal ein bisschen Abstand zum Bürostuhl.
Um sieben ging unser Flieger nach Frankfurt. Wir danken hier nochmal den Lufthansa Piloten, dass sie rechtzeitig wieder aufgehört haben zu streiken. Schließlich begann der 12 Stunden Flug nach Panama City. Eine ziemlich langweilige Angelegenheit, weil das Unterhaltungsprogramm jetzt nicht so die Kracher bereitgehalten hat. Da wir komplett über Tag geflogen sind, war auch schlafen nur bedingt möglich.

Nachdem die erste Etappe geschafft war und wir erfolgreich am Tocumen Airport ins Land eingereist sind. Sind wir auf gut Glück den Public Transport Schildern folgend und ein paar Einheimische fragend zur Bushaltestelle gekommen. Der Bus hat uns direkt zur Aalbrook Station gebracht, quasi der ZOB. Dort haben wir dann auch tatsächlich zwei Tickets für den Nachtbus kommen, der uns die nächsten elf Stunden quer durchs Land nach Almirante gebracht hat. Auf der Reise haben wir Larry, einen sehr gesprächigen alten Amerikaner und Ruben, einen Niederländer kennengelernt. An die haben wir uns dann rangehängt und sind so wohlbehalten auf unserem ersten Etappenziel der Insel Bastimentos angekommen. Die Fahrt von Almirante nach Badtimentos war super, via Wassertaxi ca. 45 Minuten über das Wasser flitzen und schön durchgepustet werden, dabei einen schönen Sonnenaufgang sehen, war ja gerade mal sieben Uhr.
Auf Bastimentos war das Hostel Bubba’s House schnell gefunden. Einchecken konnten wir erst ab 12.00, deswegen sind wir erstmal aus Erkundungstour gegangen. Vorbei an Häusern, Hügel rauf und runter, auf Trampelpfaden einmal auf die andere Seite der Insel um zum Wizard Beach zu kommen. Dort waren wir bis auf zwei Surfer komplett alleine am Strand und haben erstmal unseren Reisemief von über 33 Stunden Reisezeit abgewaschen.

Die Hitze und Luftfeuchtigkeit haben uns gut zu schaffen gemacht. Entsprechend haben wir den Rest des Tages nur noch grob unsere kommende Route geplant, uns für einen Trip für den nächsten Tag angemeldet und Bocas del Toro eine Stippvisite beschert.

Unser Ausflug am Mittwoch ging geschmeidig erst um 10:30 Uhr los, sodass wir entspannt im Hostel frühstücken konnten. Danach hat uns Antoine mit seinem Boot abgeholt, der Rest der 6 Mann Gruppe wurde noch eingesammelt und hab ging es zum ersten Schnorchelort Coral Key. Auf dem Weg dorthin wurde ein kleiner Wunsch von Fabi erfüllt und wir haben mehrere Delfine gesehen und einige Zeit beobachtet. Nach dem ersten Schnorchelgang fuhren wir weiter zur Zapatilla Island, einer Karibik Insel wie sie im Buche steht. Palmen, Strand, Meer, Wellen, Kokosnüssen, Vögeln udn anschneinend auch Schlangen, wenn man der abgeworfenen Haut glauben darf, die eir aufm Weg gefunden haben. Der Inselrundweg war gesperrt, also sind wir nur ein wenig am Strand längs gewandert um dann wieder Schnorcheln zu gehen. Die Vegetation war jetzt nicht so der Bringer unter Wasser, aber man wurde anderweitig entlohnt. Antoine war in der Zwischenzeit fischen und hat seinen Fang auf Palmenblättern über Feuer gebraten. Dazu gab es noch frische Kokosnuss, absolut lecker!

Auf dem Rückweg wurde noch ein Stopp bei Sloth Island gemacht und tatsächlich konnten wir drei Faultiere entdecken und sie haben sich sogar bewegt! Das eine hat sich am Bauch gekratzt und das andere ist sogar geklettert!! 

Unser letzter Stopp war bei der Bar Blue Coconut. Dort bin ich auch nochmal schnorcheln gegangen und das war der beste Schnorchelspot von allen drein an dem Tag! Leider hat man bei allen dieser drei Orte gesehen, wie stark die Korallen zerstört sind. Größtenteils direkt von den Menschen, die dort Schnorcheln, weil sie sich einfach hinstellen in dem relativ flachen Gewässern und damit die Korallen einfach zertreten. Nach einem Abschlusscocktail ging es dann gen Old Banks. Nachdem wir den schönen Regenbogen noch im Trockenen bewundert haben, sind wir dann kurze Zeit später gut nass geregnet worden. Das machte aber nicht, da einem dann wenigstens ein wenig kühler wurde. 

Nachdem wir auch richtig geduscht haben, zum Glück war gerade Süßwasserzeit im Hostel, sind wir Essen gegangen. Zum krönenden Abschluss haben wir uns jeder einen Hummer gegönnt, bei 13$ pro Stück hat das jetzt auch nicht unbedigt unsere Reisekasse gesprengt. Frisch aus dem Meer und lecker mit karibischer Sauce zubereitet, ein Traum!

Was die Süßwasserzeit im Hostel betrifft, eine kurze Erklärung: Bastimentos befindet sich quasi noch im Aufbau Richtung Tourismusinsel, deswegen ist das Süßwasserreservoir noch zu klein ausgelegt und es besteht eine notorische Wasserknappheit. Deswegen sind alle Inselbewohner und auch Touristen angehalten, Wasser zu sparen. Das schlägt sich in diesem Fall in Duschzeiten nieder. Zwischen 6:30 und 8:30 am morgen und ab 18:00 bis Ende gab es Süßwasser für den Tag zum duschen und Hände waschen. Danach musste man sich mit Flaschenwasser aushelfen. In der Zwischenzeit werden die Toiletten mit Salzwasser gespült.

Am Donnerstag hieß es dann wieder Abschied nehmen. Ein wenig schade, denn gut gefallen hat es uns schon, aber wir sind auch gespannt, was uns noch alles erwartet.

Um ein wenig Geld zu sparen, haben wir uns gegen den organisierten Transport nach Puerto Viejo de Talamanca (in Costa Rica) entschieden und sind es auf eigene Faust angegangen. Das hieß Wassertaxi von Bastimentos nach Bocas del Toro, dort Frühstück kaufen, weiter mit dem Wassertaxi nach Almirante, dort mit dem Taxifahrer einen Preis nach Guabito ausgehandelt. So ging es mit einem Taxi in einer rasanten, Bass lastigen, nicht angeschnallten Fahrt mit zwei Kontrollen von Soldaten zur Grenze. Die Ausreise gestaltete sich als unproblematisch und schnell, zu Fuß ging es dann über die Brücke nach Sixaola (Costa Rica) auch hier kein Problem bei der Einreise. Den Bus nach Puerto Viejo haben wir knapp verpasst, aber nun geht es an riesigen Banenfeldern vorbei dorthin.

Hasta luego

Ilka und Fabi
PS: Fotos folgen

I ♥️ London

Good Morning!

Zuerst möchte ich mitteilen, dass ich sicher, wenn auch erkältet, in Deutschland gelandet bin und mittlerweile wieder im schönen Kiel bin.

DSC04570Meine Flugroute führte mich von Havanna mit Condor (nicht unbedingt zu empfehlen) über den Atlantik nach Frankfurt. Dort hatte ich drei Stunden Aufenthalt und war restlos von dem super schnellen Flughafen-WLAN begeistert, bevor es dann mit vielen Anzugträgern mit Lufthansa zum City Airport nach London ging. Eine größere Differenz zwischen den Bankern (man entschuldige die starke Vereinfachung) und mir hätte es kaum geben können. Sie waren sauber und ordentlich gekleidet, ich leicht abgewrackt in ausgebeuelter Jogginghose mit großer Wahrscheinlichkeit stark nach Knoblauch und Alkohol riechend (man erinnere sich an den Kneipenbesuch in Havanna kurz vor Abflug). Ich wahr sehr froh, dass ich keinen Sitznachbarn hatte.

DSC04417.JPGNach dem Erwerb der Oyster-Card ging die Odyssee während der Rushhour zur King’s Cross Station los, denn dort in der Nähe befand sich mein Hostel. Der Abend verlief denkbar langweilig, nach dem Einkaufen (ein vollausgestatteter Supermarkt!!!!) und Kochen, habe ich mich kurz informiert, was ich so die nächsten Tage anstellen kann und bin ins Bett gefallen.

Der nächste Tag begann mit einer Free-Walking Tour, die sehr gut war und uns viele wichtige Sehenswürdigkeiten und Informationen von London näher brachte. Wie zum Beispiel: Trafalgar Square, Buckingham Palace, Parliament mit Big Ben, Westminster Abbey, Covent Garden, ein Bild von Banksy, Harry Potter Drehorte usw.. Auf der Tour habe ich Andressa kennengelernt, die im gleichen Hostel wie ich wohnte, eigentlich aus Brasilien kommt, aber in Passau studiert und deswegen lieber mit mir deutsch als englisch reden wollte.

DSC04433Da ich die Free-Walking Tour so gut fand und die Agentur auch noch andere Touren (kostenpflichtig) anbot, habe ich mich entschlossen die East-End Tour zu machen. Bei der wurde uns das ehemalige Arbeiter- und nun Hipsterviertel gezeigt, die Gentrifizierung angesprochen und wir hatten die Chance Auszüge der mannigfaltigen Streetart zu bewundern. Danach habe ich auf Empfehlung von Angus dem Tourguide den Schokoladenladen „Dark Sugar“ aufgesucht und habe die Weltbeste heiße Schokolade getrunken! Ich weiß, das habe ich schon in Havanna behauptet, aber diese wurde um Längen von dem britischem Exemplar geschlagen.

2016-02-12 17.34.08.jpgNach dem Abendessen habe ich mich beeilt ins West End zu laufen, da ich noch einen Tag zuvor mit Fabis Hilfe eine Karte für Stomp gekauft hatte. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten sollte, aber die Beschreibung mit „einzigartiger Kombination aus Percussion, Bewegung und visueller Comedy“ traf es ganz gut. Überraschend mit was für Alltagsgegenständen (Besen(-stiele), Streichholzschachteln, Waschbecken, Eimern, Zeitungen, Schuhen, Einkaufswagen uvm.) man „Musik“ erzeugen kann. Das ganze erinnerte mich ein wenig an die Blue Man Group, hatte aber noch ganz andere Elemente dabei, es war vielleicht nicht das Beste was ich je gesehen habe, aber für den Abend ziemlich unterhaltsam.

DSC04529.JPGFür meinen zweiten richtigen Tag hatte ich mit Kohei (Japan) und Tom (Deutschland) ausgemacht zu dem Change of Guards beim Buckingham Palace zu gehen. Wir warteten ziemlich lange, bis das Spektakel endlich losging. Unser Platz war vermutlich nicht der beste, wenn wenigstens direkt am Zaun, aber das Wetter spielte auch nicht wirklich mit. An dem Tag war es empfindlich kalt (wie eigentlich immer), leider war es dazu noch windig und regnerisch, sodass wir nach einer Stunde, in der die Wachen nur fröhlich den Platz hoch und runter liefen und ab und zu etwas musizierten, unsere Plätze aufgaben und Mittagessen gingen. Am Ende das wohl enttäuschendste, was ich mir in London angesehen habe.

2016-02-13 16.07.19Unsere Wege trennten sich, da ich zum Tower of London gefahren bin und die beiden anderen zum Bristish Museum. Der Tower of London ist der älteste „Palast“/Festungsanlage in London, immerhin schon über 1000 Jahre alt. Ich machte sowohl eine Audioguideführung als auch die „Führung“ (30min unterhaltsamer Vortrag in der Kapelle) mit einem der Wächter des Towers (Beefeater genannt). Selbstverständlich guckte ich mir auch die Kronjuwelen an, insgesamt hatte ich Glück an dem Tag, die Wartezeiten waren recht kurz. Nachdem ich noch ein wenig so durch die Anlage gelaufen bin, entschloss ich mich noch mein Glück beim Tower Bridge Museum versuchen.

DSC04541Die Tower Bridge überspannt die Themse direkt neben dem Tower of London, das lässt sich ja schon an der kreativen Namensgebung erkennen. Viel hat es nicht zu bieten, die größte Attraktion ist wohl der Glasfußboden auf der oberen Fußgängerbrücke, ich fand die Ausstellung über bekannte und interessante Brücken der Welt sehr hilfreich um mir Gedanken über meine nächsten Reiseziele zu machen. Der viktorianische Maschinenraum für die Anhebung der beiden Fahrbahnhälfte war auch recht interessant. Zurück im Hostel hat der kalte Tag seinen Tribut gefordert und ich bin nur noch frierend in Bett gestiegen.

2016-02-14 08.44.06Mein letzter Tag London brach an und ich bin früh aus den Federn, da ich viel vorhatte. Zuerst ging es nochmal zum Parliament, da wir das zwei Tage zuvor eher nur aus der Entfernung gesehen hatten. Dort bin ich um 9.00 Uhr auch Zeuge des Klangs von Big Ben geworden, irgendwie habe ich die ganze Zeit erwartet, dass gleich AC/DC anfängt zu spielen. Es war herrlich ruhig in den Straßen als ich anschließend meinen Weg vorbei am Buckingham Palace zum Hyde Park gegangen bin. Beim Palast bin ich erstmal unwissentlich durch ein Filmset gelaufen und wurde aufgefordert weiterzugehen, der Filmtitel hörte sich nicht nach Blockbuster an und ich habe ihn auch schon wieder vergessen.

DSC04627Im Hyde Park habe ich verzweifelt versucht ein gutes Foto von dem Eichhörnchen zu machen, welches neugierig um mich rumwuselte. Bei der Paddington Station habe ich mir ganz klischeemäßig, dass Buch „Der Bär Paddington“ zugelegt und wollte noch ein bisschen Shoppen in der Oxford Street (Haupteinkaufsstraße) gehen (unerfolgreich). Danach bin ich mit einem der typischen roten Doppeldeckerbusse Richtung Camden Town gefahren. Dort gibt es viele kleine Geschäfte, den ich kaum nähere Beachtung geschenkt habe und wieder zurück zu King’s Cross gelaufen bin. Von dort fuhr ich weiter zum Spitalfields Market, den ich bei der East End Tour zum ersten Mal gesehen habe. Dort habe ich verzweifelt und unerfolgreich versucht Mitbringsel zu finden.

Am meinem letzten Abend wollten Kohei, Andressa, Tom und ich eigentlich in einen Pub gehen. Tom war leider nicht aufzufinden, stattdessen hatte ich George (ein Bulgare) gefragt. Das stellte sich am Ende als Fehler raus, sodass wir relativ schnell nach ein, zwei Bierchen wieder abzischten.

Da mein Flieger nach Hamburg am Montag um 12.00 Uhr von Heathrow flog, machte ich nicht mehr viel außer frühstücken, packen und Bahn fahren, am Flughafen warten.

London hat mir super gut gefallen. Ja, es ist eine riesige Stadt, aber ich empfand sie nicht so wuselig und hektisch, wie manch andere. Alles hatte seine Ordnung (nach Kuba eine absolute Wohltat für mich 😉 ), mit dem öffentlichen Verkehr zu fahren ist super einfach und geht schnell. Ja, es ist ziemlich teuer da und ich habe lieber gar nicht erst nach Mietpreisen gefragt, die wohl absolut durch die Decke schießen. Aber die Mischung aus alter Geschichte, Tradition und der Moderne in Form von Architektur oder generellem Lebensstil fand ich sehr erfrischend und interessant. Ich werde auf jeden Fall wieder nach London fliegen.

In Hamburg wurde ich herzlich von Merle, Fabi und seiner Mutter begrüßt. Ich freue mich sehr wieder hier zu sein. Die letzten fünf Monate waren der Wahnsinn, manchmal muss ich selber bei meinen Einträgen nachgucken, was ich alles so gemacht habe und wo ich war, da es so viel ist.

Für die Leute, die wissen wollen, und was kommt jetzt? Ich bewerbe mich, also wenn jemand eine Statikerin (gern im Brückenbau) braucht, bitte melden! 🙂

 

PS: Ich möchte mich nochmals für alle Rechtschreib- und Grammatikfehler entschuldigen, aber ein Literat ist nun wirklich nicht an mir verloren gegangen.

 

 

 

Boca/Varadero, Viñales und nochmal Havanna

Meine letzte Woche und damit auch meine letzten Stationen auf meine Cubareise brechen an.

Tag 14

Nachdem ich wunderbar ausgeschlafen hatte und meine Ananas zum Frühstück auf dem Balkon gegessen habe, hieß es die Waschmaschine zu finden. Die Wäsche wurde mir gleich von Mercedes, die wohl die Haushälterin von Olivia ist, abgenommen, angeblich sei es ganz günstig. Ich bin gespannt, denn das Frühstück, welches eigentlich 5 CUC kosten soll, war auf einmal doch inklusiv, ich traue der Sache nicht so ganz. Mal sehen, was nachher wirklich auf der Rechnung steht.

  
Nach einigem Rumgeräume habe ich mich auf den Weg zum Strand gemacht, offensichtlich hat man mir nicht zugetraut die zwei Straßen selber laufen, denn ich wurde von der Mutter von Olivia hingebracht. Das Wasser war herrlich angenehm kühl, ich war außerdem fast alleine am Strand, vllt. noch zwei andere Menschen. Unter meinem Palmenschirm ließ es sich auch super aushalten und so blieb ich mehrere Stunden da. Dann hat mich einer der anderen Besucher angequatscht, ein Italiener, der gleich mit mir zu Abend essen wollte. Da ich nicht wusste wie mir geschieht und ich eigentlich auch keine Lust hatte wieder alleine zu essen, habe ich zugesagt. Die Kommunikation ist etwas schwierig, ein Mischmasch aus italienisch und spanisch.

  Nach meiner Rückkehr in die Casa bin ich etwas später aufgebrochen um Boca zu erkunden. Weit bin ich nicht gekommen und habe auf dem Rückweg bei der Eisdiele haltgemacht und einen Eisbecher geschlemmt. Mein Weg führte mich wieder zum Strand, wo ich die Bekanntschaft mit einer anderen Deutschen gemacht habe. Die ältere Dame wohnt quasi in Boca, weil sie vor einem Jahr einen Cubaner geheiratet hat. Sie hat mir noch gezeigt, wo ich hier zu normalen Preisen Wasser und Kekse kaufen kann und mich auf einen Kaffee eingeladen. Das war sehr nett und die Unterhaltung war sehr interessant. Sie hat mir dann auch erklärt, dass in Boca die Cubaner Urlaub machen, während Varadero quasi nur von den ausländischen Touristen frequentiert wird. Alle Leute, die ich bisher getroffen habe, die schon mal vor einigen Jahren auf der Insel waren, bestätigen, dass Cuba sich um einiges verändert hat und dass Jahr für Jahr mehr Touristen kommen.

Abends habe ich mich dann zum örtlichen Restaurant aufgemacht und Luigi getroffen. Der war nicht allein, denn Italinier trifft man eigentlich nie allein, soweit ich das jetzt auf meiner Reise gelernt habe, sie reisen vielleicht allein, aber treffen wohl immer gleich auf andere Italiener, mal mehr oder weniger beansichtigt, haben mir Luigi und „Alex“ beide bestätigt. Dazu kam dann noch Nicola, der immerhin ein bisschen Englisch konnte und ein wenig gedolmetscht hat. Wir haben mit dem Essen noch bis 20:30 Uhr gewartet, dann kamen noch ein Italiener, der irgendwo in Varadero noch zwei Italinerinnen aufgegabelt hat. Bis das Essen wirklich kam, war es dann fast zehn, die Küche hat sich Zeit gelassen. Das Essen war jetzt nicht so der Hit, ich durfte noch zum ersten Mal Hummer probieren, aber wirklich lecker war dann der Nachtisch! Es war an sich recht lustig, auch wenn ich nicht viel verstanden habe, aber dadurch trotzdem eine gute Italienischstunde hatte. 😉 Etwas Spanisch wurde auch gesprochen. Luigi hat mich trotz Protest eingeladen, was ich nicht so gern habe. Um Mitternacht bin ich ziemlich müde (wovon eigentlich?) ins Bett gefallen. 

Tag 15

Über Nacht ist ein richtiger Sturm aufgezogen, als er da war, habe ich mich auch erinnert, dass Francesca mir in Santa Clara davon erzählt hatte, da sie den Wetterbericht gecheckt hatte.

  Den Tag über hat es zwar aufgehört zu regnen, gewindet hat es trotzdem ziemlich stark. Die Wellen am Strand waren sehr beeindruckend, aber selbstverständlich nicht sehr einladend. Den Vormittag habe ich gemütlich im Bett verbracht und um 13.00 Uhr habe ich den örtlichen Bus genommen, um nach Varadero zu kommen. Der Strand dort ist wirklich wunderbar, selbst bei Sturm kann man das ohne Probleme erkennen! Ansonsten hat die Stadt nichts zu bieten, außer Restaurants und Stände, wo die typischen Cuba-Souvenirs angeboten werden, alles zum doppelten Preis im Vergleich zu den anderen Städten. Ich bin ein wenig durch die Straßen gestreunert, um dann wieder eine Bushaltestelle zu finden, damit ich wieder ins „kleine“ Boca komme. Leider ist der erste Bus rappelvoll an mir vorbeigefahren. 

Bei meinem weiteren Sparziergang die Busroute entlang, hatte ja ca. 40 Minuten Zeit habe ich einen Cubaner und einen Canadier kennengelernt und nett unterhalten. Der Cubaner hat mir eine volle Wasserflasche geschenkt, nachdem ich über die Preise geklagt hatte, das war mir schon ziemlich unangenehm. Durch den Canadier habe ich erfahren, dass es am Wochenende eine Harley Davidson Convention in Varadero gibt, hatte mich schon gewundert, warum ich so viele davon gesehen hatte. Eine gewisse Ironie ist schon dabei, eins der wirklich mit amerikanischten Dinge macht halt auch vor Cuba nicht halt.

  Der nächste Bus hat mich dann mit nach Boca genommen, wo ich mir noch fix ein paar Snacks für die Fahrt morgen besorgt habe. Erstaunt durfte ich feststellen, dass mir Olivia weder den Abholservice, noch die Wäsche oder das Frühstück in Rechnung gestellt hat. 🙂 Das freut mich und mein Reiseportmonaie ziemlich.

Leider musste ich Luigi für heute Abend versetzen, aber der Sturm ist wieder stark geworden und bei diesem Regen und Wind wäre es ziemlich unvernünftig rauszugehen. Im Endeffekt bin ich früh ins Bett gegangen, da der Viazul bereits um 8.00 Uhr morgens abfährt.

Tag 16

Morgens um sieben kam das Taxi, welches mich zum Bus, in Cuba auch Guagua genannt, gebracht hat. Ein wenig wie in Deutschland habe ich mich gefühlt, als man mir mein Folgeticket von Havanna nach Viñales nicht in Varadero ausdrucken wollte/konnte, weil es angeblich nicht geht. Ein bisschen traurig aus Boca abzureisen war ich schon, habe mich da ziemlich wohl gefühlt, aber ich bin schon gespannt, was mich in Viñales erwartet. Nachdem mir eigentlich jeder sowohl Cubaner als auch Tourist gesagt hat, dass es dort schön sei, hoffe ich, dass das Wetter mitspielt, denn ansonsten kann man da nicht viel machen. Auf der Fahrt dorthin sind wir durch Matanzas durchgefahren, welches ganz hübsch aussah, angeblich das Athen von Cuba, der Vergleich hinkt vielleicht etwas, andererseits war ich auch noch nie in Athen. Auf der Fahrt nach Havanna habe ich eine Cubanerin kennen gelernt, mit der ich mich wohl auch nochmal an meinem letzten Abend in Havanna treffen werde.

  Auf der Busfahrt weiter nach Viñales habe ich drei deutsche Mädels kennen gelernt, dir mir angeboten haben mit ihnen zusammen das Casa Zimmer zu teilen, das habe ich natürlich gerne angenommen. Leider fing es nachdem wir angekommen waren an zu regnen. Von der schönen Landschaft konnte man so nicht viel sehen, da die Wolken sehr tief hingen. So erkundeten wir nur noch ein wenig den Ort, guckten das Baseballspiel der örtlichen Mannschaft, aßen zu Abend und waren früh im Bett. Der Ort selber ist nicht hübsch und sehr touristisch, hoffentlich wird das Wetter besser, sodass wir was von der Umgebung sehen können!

  
Tag 17

Wir waren zeitig wach, um die Missionen ein günstiges Frühstück finden, Internetkarten und Bustickets kaufen noch vor unserem ersten Programmpunkt „Pferde reiten“ schaffen konnten. Warum wir reiten gingen? Zum einen weil Pauline es unbedingt wollte und zum anderen, weil die Wanderwege wohl so durchtränkt sein sollten durch den Regen die letzten Tage, dass sie als Fussgänger schlecht passierbar waren, es sei denn man möchte knietief im Matsch versinken.

  Unsere eher unsympathische Casabetreiberin hat uns an den Reitfutzi vermittelt, der uns abholte und uns erstmal 20 Minuten zu seiner Behausung führte. Dort erwarteten uns vier eher schlecht bis gar nicht gepflegte Pferde, ich war absolut nicht überzeugt, aber nun gut, es hieß trotzdem erstmal ausprobieren. Mein Pferd wurde an den Schweif von dem ältesten und klapprigsten Zossen gebunden, als ich nachfragze warum, kam die Antwort „Manolo es un pocito crazy.“ Na prima, habe ich das verrückte Pferd bekommen, was auch stimmte, wie sich herausstellte. Pauline hatte das älteste bekommen und war sehr unglücklich, Anne kann Pferden eh nicht viel abgewinnen und Freni hatte Glück und ihrs war ganz ok. Weil wir uns so unwohl gefühlt haben, verkürzten wir von zwei auf eine Stunde Ausritt und waren froh wieder zurück zu sein. Die Wege waren wirklich die reinsten Schlammbäder und manchmal waren selbst die Pferde ab ausrutschen. Ein absolut schreckliches Erlebnis, welches ich nicht wiederholen muss. 

  Mit gedrückter Stimmung sind wir wieder in den Ort, es war ja noch nicht mal Mittag, ich konnte die Damen wenigstens überzeugen mit zu der einen Tabakplantage zu kommen, von der ich gelesen habe. Die haben wir aber erst gar nicht gefunden, erst durch dummen Zufall, nachdem wir uns entschlossen hatten uns drei Amerikaner mit 2-jährigem Kind anzuschließen, die zu einer Höhle wollten, um dort zu klettern. Die Höhle war ziemlich cool, da sie eigentlich ein Tunnel zur anderen Seite war. Die Natur ist wirklich wunderschön in/um Viñales, das kommt auf den Fotos (kommen in einer Woche) gar nicht richtig raus. 

  Wirklich weiter haben wir die Umgebung aber nicht erkundet und sind dann wieder runter und zurück zur Farm gelaufen. Dort sollte es als Sonntagsspezial eine Bergziegensuppe geben, laut den Amerikanern, als wir versucht haben zu bestellen, wusste der ältere Herr erstmal nicht was wir wollten, bis ich die Geräusche einer Ziege imitiert habe. 😀 Das was kam, war definitiv keine Suppe, aber super lecker, eher undefinierbares Fleisch an Knochen, Maniok, Reis, frittierte Bananen und etwas was wir nicht identifizieren konnten. Wir langten ordentlich zu und ließen uns dazu Ananassaft und den Guarapo (Zuckerrohrsaft) schmecken. Der Kaffee danah war leider eklig. Außerdem haben wir zum ersten mal die Sträucher gesehen, an denen die Ananas wächst! Wieder besserer Laune sind wir zurück in die Casa um ein wenig zu chillen. Von dort startete unsere nächste Mission die Suche nach dem kostenlosen „botanischen Garten“, der von zwei Schwestern angepflanzt und dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde. Der war ganz nett und etwas verwildert, am Ende wurden wir mit einer Grapefruit bestochen eine Spende dazulassen.

Danach sind wir noch ein wenig durch die Straßen von Viñales gezogen und haben noch einen Abstecher auf ein paar Felder gemacht, bevor es dunkel wurde. Unser Abendessen nahmen wir in einem mini Lokal in einer Seitenstraße ein. Das war super lecker und viel, sodass wir uns wieder die Portionen (Ropa Viaje (alte Kleider) hieß die Mahlzeit und das Fleisch hatte eine leckere Würzung) teilten, der frische Mangosaft (fast schon nur Püree) war die Wucht. Der Flan (wie Creme Brulee) und Kaffee sind dort auch sehr lecker! Glücklich sind wir in die nächste Bar, die augenscheinlich auch sehr schmackhaftes Essen zubereitet, um dort den Abend mit Mojito und Cuba Libre ausklingen zu lassen.

  So hatte der Tag, so shrecklich er begonnen hatte doch noch ein schönes Ende.

Tag 18

Die Mädels hatten sich einen Bus rausgesucht, der schon um Sieben Richtung Cienfuegos fuhr. Ich bin mit ihnen aufgestanden, da ich am Vormittag noch ein wenig wandern gehen wollte, bevor mein Bus um 14.00 Uhr nach Havanna fuhr. 

  Die Sonne war am Aufgehen (wenn auch wieder hinter einer Wolkenwand) und hat die Karstfelsen in einem glühenden orange angeleuchtet, dafür hat sich das aufstehen gelohnt! Auf der Straße, die ich längs ging, war nicht viel los außer ein paar Cubaner, die auf dem Weg zur Arbeit/Schule waren und mich etwas verwundert anguckten. Es war so angenehm ruhig. 🙂 

  Irgendwann bin ich abgebogen von der Hauptstraße und bin in ein Tal reingelaufen, in dem es auch die bemalte Wand „Mural de la Prehistoria“ gibt, die angeblich beweisen soll, dass es auf Kuba Dinosaurier gegeben hat, da die Steinzeitmenschen diese ja auf die Wand gemalt hätten. 😀 Um den Eintritt zu sparen bin ich nicht weiter rangegangen, man konnte es auch so gut erkennen. Mein eigentliches Ziel in einer Schleife hinter den Bergen im Tal zurück zu gehen, konnte ich nicht erreichen, denn bei meiner Nachfrage nach dem Weg wurde mir abgeraten weiter zugehen, da dieser wohl zu Fuß unpassierbar sei. Also ging es den gleichen Weg zurück, mit dem Unterschied, dass die Straße diesmal sehr bevölkert war und mir auch schon die ersten Touristen entgegen kamen. 

  In Viñales habe ich dann nur noch zu Mittag gegessen und auf den Bus gewartet. Im Bus habe ich dann Katrin kennengelernt, mit der und einem Engländer haben wir uns in Havanna ein Taxi geteilt und sind am Abend noch in ein nettes aber lautem Lokal essen gegangen.

Ziemliches Chaos habe ich in meiner Casa veranstaltet, da ich eigentlich erst einen Tag später kommen sollte. Sie hatten nichts mehr frei, statt mich wie sonst üblich an irgendwelche Bekannte weiterzuleiten, hat man mich auf die Couch in der Gastwohnung verfrachtet, immerhin kostenlos. Wenn auch ohne wirklich funktionierendes Klo, aber meine Fähigkeiten Toiletten zu reparieren hat sich in Kuba nochmal verbessert, da fast jedes dritte nicht oder nur zeitweise funktioniert. Natürlich hatten sie mich für die nächste Nacht in einem teuren Doppelzimmer einquartiert, obwohl ich bei der Reservierungen damals bestimmt sieben Mal nachgefragt habe, ob ich nur das Dormbett für 15 CUC/Nacht haben kann. Eventuell organisiert sie mir ein anderes Dormbett in einer anderen Casa, aber ich denke nicht, dass das was wird. Mal sehen, wo ich schlafen werde.

Tag 19

Nachdem ich eigentlich ziemlich gut auf der Couch geschlafen habe, habe ich die Franzosen gefragt, ob ich die Dusche in ihrem Zimmer nutzen darf, da ich ja keine hatte. 

Auf der Suche nach günstigem Frühstück bin ich durch Havanna gelaufen und habe mich mit Kleinigkeiten aus Bar/Restaurants/Läden/Straßenverkäufern gesättigt. Nachdem mir der Eintritt zum Museum über die Revolution zu teuer war und das Wetter etwas besser wurde, war ich unentschlossen, was ich denn noch mit meiner ganzen Zeit anfangen soll. Ich bin ein wenig durch die Straßen gelaufen und als ich eigentlich auf dem Weg zurück zur Casa war, hat mich ein Cubaner angesprochen, der sehr nett war und mir auch verraten hat, mit welchem lokalen Bus ich in Richtung Universität fahren kann, da ich die gern nochmal sehen wollte. Die befindet sich im Stadteil Verdado, der ein paar Kilometer von Havanna Viaje entfernt ist. Nachdem ich ausgestiegen bin und für den einen Garten 5CUC Eintritt zahlen sollte, nur weil ich Tourist bin, Cubaner dürfen für lau rein, bin ich dann doch nochmal zum „Plaza de la Revolucion“ gelaufen. Habe dort meine Chance genutzt und ein Foto von mir in einem der Oldtimer machen lassen, entgegen aller Behauptungen hat das nichts gekostet, eine Fahrt werde ich mir eher nicht leisten können. 

 Die Uni in Havanna ist ein Komplex von alten, großen und hübschen Gebäuden. Dort habe ich mich kurz mit einer Studentin unterhalten, die mir noch ein paar Tipps gegeben hat, die mir am Ende auch nichts genützt haben.

  Zurück bin ich über die Malecon gelaufen, wo ich fasziniert beobachtet habe wie die Wellen über die Mauer auf die Straße geschlagen haben. Zurück durch den Stadtteil Havanna Centro, wo ich noch einen Guarapo getrunken habe, bin ich ziemlich geschafft wieder in Havanna Vieja angekommen. 

  Auf meiner Suche nach einer gündtigen Unterkunft habe ich zwei Kandier kennengelernt, mit denen ich im Endeffekt zur Havana Rum Führung gegangen bin, die jetzt nicht sonderlich spektakulär war, aber ganz nett anzusehen.  

 Als ich am Ende wieder in meiner Casa angekommen bin, wartete da Francesca, das Mädchen aus Santa Clara, schon auf mich. Die Casa hatte nichts mehr frei, nochts von dem was sie mir versprochen hatte. Die andere Wohnung, die sie uns zeigten, entsprach nicht unseren Vorstellungen und wir sind weitergezogen. Leider war es absolut nicht einfach eine andere freie Casa zu finden, am Ende landeten wir zwar in einer günstigeren aber auch wesentlich schlechteren Casa, so kann es gehen.

Absolut hungrig haben wir nachher Edumis in dem Restaurant getroffen, in dem ich schon am Tag zuvor war, da unsere erste Wahl keinen Platz mehr für uns hatte. Der Plan feiern zu gehen ging nicht wirklich auf, da Edumis sich nicht wirklich in Havanna bzw. in der Barlandschaft auskannte (entgegen ihrer Ankündigung). Wir sind mit dem Bus ganz nach Verdado gefahren, wo wir nach einigem suchen zwar eine ganz nette Bar fanden, allerdings am Ende nur einen Drink getrunken haben und nachdem wir uns von Edumis verabschiedet hatten wieder ins Zentrum und zu unserer Casa gefahren sind. 

  
Tag 20

Letzter Tag in Havanna! Nach einem Frühstück in der Casa machten wir uns auf die Suche nach einer Casa für Francesca für die nächsten Tage. Das gestaltete sich noch schwerer als am Tag zuvor, am Ende konnte sie in der Casa von dem Finnen Ville unterkommen, den wir in Santa Clara kennengelernt hatten. Ville haben wir auch noch getroffen und mit ihm seinen Geburtstag verbracht, auch wenn der Gute noch ziemlich hung over war. Der Plan zu einer Tabakfabrik zu gehen, hat mal wieder nicht geklappt, da diese wegen Renovierung geschlossen hat. Auf Villes Wunsch sind wir zur kubanischen Kunstgalerie gegangen. Dort haben wir viel Zeit verbracht, bis Francesca und ich nörgelten, dass wir hungrig waren. Dadurch ist der interessante moderne Teil leider etwas zu kurz gekommen. Wir sind zum Essen in ein absolut super Restaurant gegangen! Super leckeres Essen und gute und starke Cocktails, wir haben es uns ziemlich gut gehen lassen. Dadurch dass wir direkt an der Bar saßen, hatten wir einen netten Plausch mit dem Personal. 

  Ein bisschen spät und ziemlich angetütert verließen wir das Lokal und gerieten ein wenig in Zeitnot, da ich noch Rum, mini Zigarren und Kaffee kaufen wollte. Es folgte eine Kleine Odysse durch Havanna Vieja, an deren Ende ich leider keinen Rum gefunden habe, den ich dann später am Flughafen kaufte. Ansonsten habe ich absolut keine Souvenirs aus Kuba, da ich die meisten absolut kitschig und hässlich fand. Bei Villes Casa wartete schon mein Taxi auf mich, welches mich zum Flughafen brachte, ein 40 Jahre alter Fiat aus Argentinien, immerhin blieb er nicht liegen.

Mein Abenteuer in Kuba ist nun zu Ende ein wenig froh wieder weiter zu fliegen, bin ich schon, auch wenn es schade ist mich von den ganzen netten Leuten, die ich kennengelernt habe, verabschieden zu müssen. Hätte ich die alle nicht getroffen, wäre mein Aufenthalt um einiges schwieriger und langweiliger geworden. Je länger ich auf Kuba war, desto mehr habe ich festgestellt, wie viele Touristen hier sind und es werden noch viele mehr kommen. Die Touristen und deren Geld versauen ein wenig die kubanische Mentalität, denn viele sind nur noch darauf aus den Touris das Geld aus der Tasche zu ziehen und bei den meisten sind sie auch sehr erfolgreich. Kuba zu beschreiben ist ein Ding der Unmöglichkeit, egal wie sehe ich versucht habe ein Bild abzuzeichnen mit diesen Beiträgen, es war wohl das speziellste Land, in dem ich auf meiner Reise war. Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder, aber bis dahin wird viel Zeit vergehen und ich denke nicht, dass ich Kuba wiedererkennen werde. 

  

Trinidad und Santa Clara

¡Buenas tardes!

Tag 9

Nach einer stürmischen und entsprechend unruhigen Nacht wollte man mir bei Verlassen der Casa noch das Frühstück, welches nicht besonders toll war, berechnen. Ich konnte sie dann überzeugen, dass das mitinbegriffen ist, bzw. sie meine eigentliche von Bamba gebuchte Casa fragen sollen, dass die denen das Geld geben sollen. Entsprechend froh war ich dort wegzukommen. Wie sich leider herausstellte, war meine von mir gebuchte Casa nicht gerade zentrumsnah und wirkte auch nicht sehr einladen. Die Leute dort hatten anscheinend auch keine Ahnung von meiner Reservierung und so habe ich kurzerhand den Rückzug angetreten und bin Richtung Zentrum gestiefelt. Auf meinem Weg dorthin habe ich eine andere Backpackerin gefragt, ob sie auch was suche, aber sie war am Abreisen. Trotzdem hat mit Steffi, natürlich auch deutsch, ihre Casa empfohlen und so habe ich mich aufgemacht und sie sogar gefunden. Schön zentral, einladend und mit freundlichen Menschen, was will man mehr? 

Da mir langsam das Bargeld ausgeht, wollte ich zur Bank deren Öffnungszeiten, immerhin drei Stunden am Samstag, ich leider um 15 Minuten verpasst habe. Den Rest der sagenumwobenen Innenstadt von Trinidad hatte ich mir dann auch in ca. 30 Minuten angeguckt, ist zwar sehr hübsch, aber halt klein und wenn man nicht gerade Geld in den überteuerten Touristencafés, -restaurants oder -läden ausgeben will, gibt es dort herzlich wenig zu tun, denn auf Museum hatte ich auch keine Lust. So bin ich weiter auf der Suche nach günstigem Essen, Wasser und Freizeitbeschäftigungen durch die Straßen gelaufen. 

Aber die Aussage der anderen Reisenden trifft zu, es ist sehr touristisch hier. Die Innenstadt ist bevölkert von (Achtung starke Verallgemeinerung) weißhaarigen/Rentenalter erreicht, bleichen, europäischen Gruppentouristen, mit Reiseführer und Kamera bewaffnet, die dem Winter zuhause entfliehen. Die Alternative dazu sind die ganzen Pärchen in jedem Alter die überall rumwuseln, ich denke mal es gibt auch viele Alleinreisende, die fallen halt nur nicht so auf.

Zum Mittag habe ich mir eine kubanische Pizza gekauft. Die Aussagen in den Reiseführern, dass man auf die verzichten kann, kann ich nur bestätigen, etwa Kuchenteller groß und vor Fett triefend hat sie leider kaum Geschmack.

Nach einer angenehmen Dusche habe ich mich zu meiner Tanz- und Spanischstunde aufgemacht. 

Beim Salsa habe ich noch ein paar neue Schritte gelernt, aber es hat nicht mehr so viel Spaß gemacht, wie beim ersten Mal. Die Spanischstunde danach mit Yuli war ganz gut, sind halt leider komplett beim Anfang angefangen und haben die blanke Grammatik durchgekaut. Trotzdem habe ich mich entschlossen weitere Stunden zu nehmen, da alles lernen, egal was es ist und wie profan es mir vielleicht erscheinen mag, trotzdem hilft mein Spanisch zu verbessern.

Yuli hat mir auch gleich Hausaufgaben aufgedrückt, sie hat mir ein „einfaches“ Buch zum lesen gegeben und netterweise ein Spanisch-Englisch Wörterbuchs ch gleich mit. So habe ich meinen Abend damit verbracht Wörter nachzugucken, lesen kann man das was ich getan habe nicht nennen, es war auf jeden Fall eine müßige Angelegenheit. 

Tag 10

Dank meines schmalen Budgets bzw. Bargeldbesitzes zu dem Zeitpunkt blieb mir als einzige Aktivität und Möglichkeit die Umgebung von Trinidad zu sehen nur der „historische“ Touristenzug ins Valle de Los Ingenios, welches auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Mir wurde angekündigt in dem Touribüro, wo ich davon erfahren habe, dass man u.a. zu einer Zuckerplantage fährt. Dem war leider nicht so. Die Fahrt für durch die erstmal recht unspektakuläre Landschaft von Cuba, vorbei an sehr einfachen Dörfern, von denen man den Eindruck gewinnt Cuba sei noch ein Entwicklungsland. Die Pferde und Kühe die zum Teil direkt neben den Schienen standen, ließen sich auch nur bedingt vom laut vorbeiratternden Zug stören, so abgemagert, wie die manchmal waren, kann ich das aber auch verstehen, Gras fressen hat da eine höhere Priorität als Touristen angucken. Der erste Stopp des mit Touristen gefüllten Zugs war beim Manaca Iznaga, wo es einen außer einem Haufen von Ständen und verkaufswütigen Einheimischen noch einen Turm gibt, auf den dann für 1 CUC raufsteigen kann. Das habe ich dann auch getan, leider war der Hinmel Wolken verhangen, die Aussicht war trotzdem bombastisch, bei blauem Himmel hätte es mich wahrscheinlich komplett aus den Socken gehauen. Wieder unten konnte ich für günstiges Geld eine Kokosnuss zum Trinken und Essen und ein Bündel Mini-Bananen kaufen, sodass meine Nahrungsversorgung für den Tag immerhin gesichert war. 

Der nächste Stopp war der absolute Witz. Wir hielten bei der Casa Guachinango, dort gab es, außer einem Restaurant und abgemagerten Pferden und ein paar freilaufenden Hühnern, nichts! Da ich in diesem wohl überteuerten Restaurant nichts essen wollte/konnte, habe ich mich nett mit einem niederländischen und deutschen Paar unterhalten. Ich glaube dieser Part der Strecke gehört schon zum Valle de los Ingenios, auch wenn es auf den Karten eher weiter weg eingezeichnet ist. Die Landschaft ist trotzdem schön anzusehen.

Wieder zurück in Trinidad habe ich mir eine Pizza (von Käse triefend und besser als meine letzte) für 8 CUP (~34 Cent) besorgt und bin zur Spanischstunde gegangen. Dort hat mir Yuli ein wenig von den Missständen auf Cuba erzählt, alles mit dem Hintergedanken, dass ich ein bisschen von meinen Sachen, die ich nicht mehr brauche/haben will, doch bitte hier lassen solle. Da ihr Mann und sie versuchen eine Art Reise-/Freizeitagentur für Touristen aufzumachen, habe ich versprochen, dass ich sie weiterempfehlen werde. Das mache ich auch ohne schlechtes Gewissen, ich denke, dass deren Angebot freundlicher und nicht ganz so pauschaltouristisch ist, wie der Rest hier auf Cuba.

Da ich keine Lust hatte den Abend im Zimmer zu verbringen und Trinidad ja für sein Nachtleben bekannt ist, habe ich meinen letzten CUC zusammengesucht und bin losgezogen. Mein Ziel „La Casa de Musica“, nachdem ich mich beschwert habe, dass ich kaum Rum in meinem Mojito hatte, wurde dieser Missstand auch behoben. Da mir die eine Band nicht so ganz zugesagt hat, bin ich auf die andere Seite der Casa in den Hinterhof gegangen, wo eine Combo von älteren Herren, „typische“ Cubamusik gespielt haben. Es hat mich ziemlich amüsiert, wie kleine alte runzlige Omis und Opis in absolut bester Stimmung fröhlich mit ihren Hüften gewackelt haben! Leider hörten die auch bald auf und als dann nur noch die Musik vom Band kam, musste ich mich schnell in Sicherheit bringen, da ein älterer Herr mit mir tanzen wollte, im Endeffekt aber auch nur um mir seine CD zu verkaufen. So läuft das hier, man ist nett, bietet etwas augenscheinlich kostenloses an um im Nachheinein einem irgendwas andrehen zu wollen. 

Wieder vor der Casa auf den Treppen habe ich eine Gruppe von Deutschen angesprochen, weil ich keine Lust hatte den Abend alleine rumzusitzen. Die Gruppe wollte dann Abendessen, aber eine der Frauen, Alex, blieb bei mir auf der Treppe sitzen. So hatten wir zu zweit einen lustigen Abend und Alex war so nett mir einige Drinks zu spendieren, weil sie Geburtstag hatte. Wie sich herausstellte kamen die alle aus Hamburg und die halbe Familie von Alex wohnt sogar in Kiel, wir haben gleich ausgemacht, dass wir uns mal treffen, wenn wir wieder daheim sind! Die Welt ist halt doch nur ein Dorf! Ziemlich angezwitschert sind wir dann irgendwann zurück zu unseren Casas. 

Während der Zeit, in der wir auf der Treppe saßen, kamen noch andere Bands auf die Bühne, außerdem gab es eine Tanzdarbietung und Showeinlagen für das werte Publikum, danach wurde immer mit einem Sammelkorb durchs Publikum gegangen. Es wird sogar verlangt, wenn man auf Toilette gehen möchte, dass man mindestens 50 Cent zahlt, für ein Klo, das mit Glück  eine Klobrille hat, die Spülung funktioniert eigentlich fast nie und falls man der Klodame sympatisch ist, bekommt man Toilettenpapier vorher gereicht, denn in den Kabinen (manchmal ohne Tür oder ohne Schließmechanismus) gibt es keins, Seife ist eine aussterbene Art, selten zu finden. 

Tag 11

Ziemlich müde bin ich zeitig aufgestanden mit dem Ziel es vor halb neun zur Bank zu schaffen. Ein kluger Schachzug denn ich konnte immerhin ohne zu warten das Gebäude betreten. Dort musste ich dann fast eine Stunde warten, weil der Typ, der die Leute angewiesen hat zu welchem Bearbeiter sie gehen sollen, mich wohl nicht mochte, denn es wurden Leute drangenommen, die nach mir kamen. Ich habe währenddessen meine Spanischhausaufgaben gemacht, aber irgendwann wurde es mir dann doch zu doof. Als dann noch ein Mann vor mir dran genommen wurde, der offensichtlich nach mir kam, hat sich die Dame neben mir für mich beschwert, prompt wurde der Kerl zurückgepfiffen und ich konnte endlich Geld abheben.

Um die Zeit bis zu meiner letzten Spanischstunde zu nutzen bin ich noch fix ins Zentrum von Trinidad gelaufen und in das eine Museo Histórico Municipal gegangen. Das war ziemlich öde, alle Schilder waren auf spanisch und die Exponate eher lieblos und vollgestaubt angerichtet. Der Grund warum ich trotzdem Eintritt gezahlt habe, war der Turm, von dem man eine nette Aussicht auf Trinidad hat.

Nachdem ich zum letzten Mal zu Yolis Haus gegangen bin, hieß es zahlen und Abschied nehmen. Bei Yoli habe ich auch immer einen typischen cubanischen Kaffee bekommen, Espressogröße und wahrscheinlich recht stark, wovon man nichts schmeckt, da er immer sehr stark gesüßt ist. Meine Casatante hat mir dann noch irgendeine Unterkunft in Santa Clara vermittelt, was an sich nicht wirklich nötig war und mir auch keiner sagen konnte, wie teuer die sein sollte.

Im Viazulbus habe ich dann Francesca, eine Halbitalierin kennengelernt, die fließend Spanisch spricht. Wir haben uns zusammengetan und sie hat am Busbahnhof einen Typen aufgetan, der uns ein Zimmer für 15 CUC/Nacht angeboten hat. Das war viel günstiger, als das was ich ursprünglich gebucht hatte und bestimmt auch günstiger als das andere Zimmer, welches man mir andrehen wollte. 

Santa Clara selber ist eine große und eher untouristische Stadt, die Bevölkerung ist recht jung, da es hier wohl eine große Universität gibt. Dadurch lungern aber abends auch viele junge Männer rum, die auch etwas penetranter sind, wenn es darum geht angequatscht zu werden. Wir hatten uns kurz auf den Platz gesetzt und die Leute, die einem irgendeinen Kram andrehen wollen, kommen immer richtig nahe und verschwinden auch nicht nach dem ersten Mal „Nein“ sagen. Absolut unangenehm, keine Stadt in der ich bei Nacht unbedingt alleine rumlaufen will. 

Das Essen in dem Restaurant war jetzt nicht herausragend. Das ist wohl meist so, wenn das Restaurant eine Erwähnung im Lonely Planet gefunden hat, kann man es eher knicken.

Tag 12

Nach meinem Frühstück sind Francesca und ich losgelaufen zum Che Guevara Monument, der wohl wichtigsten Attraktion in Santa Clara. Auf dem Weg dorthin sind wir durch die eher ärmeren Wohnviertel gelaufen und haben uns bei einem der Kiosks noch einen Kaffee und einen Guarapo gegönnt. Guarapo ist der Saft, der direkt aus dem Zuckerrohr gewonnen wird und gekühlt super erfrischend schmeckt, überraschenderweise auch gar nicht so süß wie ich es erwartet hätte und ich würde ihn jeder Limonade vorziehen! Für einen CUP außerdem ein totaler Schnapper! 🙂

Das Monument ist ziemlich groß aber jetzt auch nichts besonderes. Selbstverständlich sind wir noch in die Gedenkstätte für die gefallenden Männer und Frauen gegangen, die bei Che Guevara waren, als er in Bolivien damals massakriert wurde (anders kann man das ja leider nicht nennen). Anschließend sind wir noch durch das Museum über Che Guevaras Leben gegangen, es war interessant, viele Fotos und viele Gegenstände, die er wohl genutzt haben soll. Aber so richtig viele Informationen gibt es dort nicht, wie er gestorben ist, wird zum Beispiel nicht erwähnt. Die Ausstellung schließt mit seinem Briwf an Fidel Castro, in dem er von allen seinen Ämtern auf Cuba zurücktritt und quasi erstmal untertaucht um später in Bolivien eine Revolution zu beginnen. Das weiß ich aber auch nur, weil Francesca den Brief ein wenig für mich übersetzt hat, ansonsten wäre es für mich einfach nur ein Stück Papier gewesen. Ein bisschen amüsant finde ich ja, dass Ches letztes Tagesbuch ein Kalender auf deutsch war, dessen letzter Eintrag am 7.10.1966 stattfand.

Nach dem Besuch sind wir einenandere Strecke zurück in die Stadt gelaufen und haben viel lokales „Streetfood“ gegessen. Das war sehr lecker und günstig, ich war mal wieder glücklich jemanden dabei zuhaben, der so fließend spanisch spricht, denn wir haben noch ein paar Tipps bekommen und uns auch nett mit dem Typen unterhalten, bei dem wir unseren zweiten Guarapa getrunken haben. (Ich stand nur lächelnd daneben, aber mittlerweile bekomme ich wenigstens Gesprächsfetzen mit und weiß ungefähr worum es geht.) Francesca hat sich entschlossen doch noch eine zweite Nacht zu bleiben, was ich natürlich super fand!

Nach unserer Mittagsruhe sind wor kurz getrennte Wege gegangen. Ich bin zum entgleisten Munitionszug, der irgendwas mit dem Kampf der Guerilla um Che Guevara in Santa Clara zu hatte und wohl irgendwas wichtiges ausgelöst hat. So ganz mitgeschnitten habe ich das nicht, weil es, wie eigentlich immer, kaum Erklärungen gibt. Muss ich dann alles nochmal genau nachlesen, wenn ich wieder daheim bin. Der Zug und die Ausstellung dazu war nicht wirklich spannend. Ich bin dann noch zur Statue „Che y el niño“ gelaufen, ein Symbol für die Revolution und die Zukunft Cubas. Den Rest des Nachmittags haben Francesca und ich wieder gemeinsam verdödelt. Wir haben einen Nachtclub gefunden, zu dem wir dann später abends wollten. Als wir dort irgendwann gegen acht oder so ankamen, war natürlich tote Hose. Uns wurde noch ein günstiges Lokal am anderen Ende der Innenstadt gezeigt, wo wir nochmal richtig zu Abend aßen. Dort haben wir dann Fernando kennengelernt, er hatte uns angesprochen, weil er Inspiration für einen Songtext braucht, die habe ich ihm dann mit ein paar Zeilen von „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht.“ auch geliefert. Zusammen mit seinen beiden Freunden May und Manu sind wir danach in ein chickes Café gegangen und haben uns nett unterhalten. Es wurde ein Mischmasch aus Englisch und Spanisch gesprochen und es war ziemlich lustig. Schlussendlich sind wir dann noch in den Klub gegangen, es wurde an dem Abend eine Mischung aus Rock, Metal und Punk gespielt, entsprechend schwarz gekleidet war das Publikum und es liefen auch einige merkwürdige Gestalten rum. Es kamen noch ein paar Leute zu unserer Gruppe dazu, was erst ganz ok erschien, aber am Ende nicht allzu toll war. Als der eine Typ mich auf einmal einfach geküsst hat, bin ich ziemlich ziemlich ausfallend geworden, weil das ein absolut unangenehmer und sehr merkwürdiger Typ war. Die Cubaner haben mein Problem überhaupt nicht verstanden, denn deren Gesellschaft ist ziemlich Sex geladen und da passe ich als „prüde“ Deutsche nicht in Bild. Keine Ahnung für mich ist das einfach nur ein Beweis für das ganze Machogehabe und die geringe Wertstellung von Frauen, offiziell sind sie gleichgestellt, auch wenn es die Frauen absolut nicht stört und es ihnen gefällt. Der Abend war für mich gelaufen. Als wir dann irgendwann gegen drei Uhr zu Hause waren, durfte ich noch feststellen, dass mein Armreif von Fiji abhanden gekommen ist, wie auch immer. Ich habe eh keine Ahnung, wie viele Leute mich an dem Abend angetatscht, angelabert oder einfach nur angestarrt haben, da ich die einzige blonde Frau war und offensichtlich Ausländerin. Irgendein Schwachmat kam natürlich auch mit „Heil Hitler“ um die Ecke und über Fussball und Bier musste ich mich auch unterhalten, ein Hoch auf die Klischees. 

Tag 13

Die gute Nachricht des Tages, ich bin nur noch eine Woche auf Cuba. Der Rest war eher nicht so toll.

Die morgentliche Suche nach meinem Armreif im Klub hat natürlich zu nichts geführt. Die Tabakfabrikbesichtigung konnten wir nicht machen, weil ein Familienmitglied von Guide gestorben ist und anscheinend nur er die Tour machen kann, aber halt freibekommen hat. Die Zigarren kosten locker 10 CUC pro Stück oder mehr, es sei denn man will die ganz „schlechten“ für 1,50 CUC kaufen. Das Café, wo wir hinwollten hatte natürlich zu. Um 12.00 Uhr mussten wir aus der Casa raus, was für mich bedeutet 6 Stunden mit vollem Gepäck rumlaufen/-sitzen. Da es in Santa Clara eh nichts mehr zu tun gab, die Wifi-Verbindung auch kicht mehr funktioniert hat, habe icj mich einfach um halb zwei in die Viazulwartehalle gesetzt und meine Zeit totgeschlagen. Aber das kenne ich ja schon, ich will gar nicht wissen, wie viel Zeit ich auf meiner Reise die letzten Monate nur mit Warten auf irgendwas verbracht habe. Immerhin hatte ich so nochmal die Möglichkeit eine richtige und günstige Mahlzeit zu mir zu nehmen, bevor es ins touristische und teure Varadero und Viñales geht. 

Die Busfahrt verlief ziemlich unspektakulär, man konnte nach 19.00 auch nichts mehr wirklich machen. Denn es wurde draußen dunkel und die Leselampe im Bus funktionierten natürlich nicht, hatte ich irgendwie auch nicht erwartet. Ziemlich müde bin ich dann in Varadero angekommen, nur um festzustellen, dass meine Casa wohl nicht in Varadero ist, sondern im Ort davor, wo die Cubaner leben, die in Varadero arbeiten. Lieberweise hat mich Olivia, die Casabetreiberin mit ihrem Mann an der Busstation abgeholt, die Rechnung dafür bekomme ich dann wohl am Ende.

Die Casa ist wohl die schönste in der ich jemals war. Ich habe ein riesiges Bett, eigentlich fast eine ganze Etage, mit eigenem Bad und einem privaten Balkon für mich allein, von dem ich aus das Meer sehen kann. Es ist hier wunderbar ruhig und ab von dem touristischen Rummel und Lärm der Städte! Glücklich bin ich nur noch ins Bett gefallen und habe fantastisch geschlafen.

Cienfuegos und Salsa-Time

Ich möchte mich erstmal für meine ganzen Tippfehler und Satzkonstruktionen entschuldigen. Je länger die Beiträge werden, desto langsamer wird die App. Da es um meine Geduld und meine Korrekturwilligkeit nicht gerade gut steht, verkommen manche Wörter zu absolutem Kauderwelsch, ich hoffe ihr könnt es trotzdem noch halbwegs lesen. 

Tag 6

Nach dem Frühstück in meiner von Bamba Tours organisierten Casa Particular (die Zimmer/Häuser, die die Cubaner an die Touristen vermieten) bin ich in meine selber gesuchte Casa umgezogen. 

Die Panikmache, dass Cuba völlig überlaufen und ausgebucht ist, kann ich nicht verstehen. Vielleicht, wenn man unbedingt in ein Sternehotel will, aber ansonsten findet man eigentlich „ohne Probleme“ Casas vor Ort, an vielen Casas stehen Schilder für freie Räume. Bamba hat trotzdem verlangt, dass ich mir vorher Unterkünfte selber besorge, wenn ich länger als ihre obligatorisch eine eingeplante Nacht bleiben wollte. Das war ein ganz schöner Akt, da Cuba ja nicht wirklich mit dem Internet verbunden ist. Im Endeffekt bin ich dabei jetzt vielleicht etwas günstiger bei weggekommen, denn es ist meist kein Problem einfach eine Nacht länger in der organisierten Casa zu bleiben, manchmal würden die es sich sogar wünschen.

Nach meinem Umzug in eine wirklich nette Casa zog ich los die Stadt zu erkunden. Auf dem Platz José Martí gibt es ein paar hübsche Bauten zu sehen. Ich habe ein bisschen Geld investiert (1 CUC 😉 ) und bin in das eine „Museum“, um dort auf das Dach und den Turm zu steigen um eine fantastische Aussicht auf Cienfuegos zu haben. Das Museum habe ich nicht gefunden, es war einfach ein altes Haus, welches gerade wieder restauriert wird und ein paar alte Möbel hatte. Ein paar Städte auf Cuba gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe, wodurch zumindest das Geld zur Erhaltung zur Verfügung gestellt wird, auch wenn es trotzdem zum Teil am Material mangelt.

Nachdem ich auf dem Platz noch die Möglichkeit des öffentlichen Wifis genutzt habe, ging der lange Marsch Richtung Süden zur La Punta los. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete und entgegen der Behauptung meiner letzten Gastgeberin war es alles andere als kalt: 29 Grad und strahlender Sonnenschein! Da war der Sparziergang nur dank der angenehmen Brise vom Wasser her und im Schatten auszuhalten. Vorbei an einem kleinen Park mit Skulpturen und interessant gestalteten Sitzbänken kam ich irgendwann am letzten Zipfel an und fand eine Art Erholungsort vor. Gestaltet wie ein kleiner Park, mit Bars und Musik ließ ich mich dort nieder um zu entspannen.

Zu faul um den ganzen Weg zurückzulaufen bin ich mit einem Bici-Taxi (eine Art Rikscha) gefahren. Das war zwar entspannt und eine gewisse Art von Unterhaltung kam mit dem Fahrer Omar auch zu Stande, eher weil er ein bisschen Englisch konnte. Leider habe ich mich  mit irgendeinem Schmierzeug eingesaut, ich hoffe ich bekomme es irgendwie aus meinen Klamotten raus. 

Aus dummen Zufall habe ich einen ETESCA Laden gefunden, des staatlichen Telefonanbieters, der auch das Wifi auf den öffentlichen Plätzen zur Verfügung stellt. Es hat mich mindestens 20 Minuten vor dem Laden gekostet, man wird nicht einfach reingelassen, denn draußen steht eine Schlange (deswegen habe ich ihn auch nur gefunden) und wartet, dass der Securitytyp die Tür aufschließt und eine Gruppe von Menschen hinein bzw. herauslässt. Ist die erste Hürde geschafft und man befindet sich in den klimatisierten Hallen, darf man auf den Couchen warten, in meinem Fall weitere 15 Minuten. Nach Checken meines Reisepasses habe ich das gewünschte Gut ohne Probleme erhalten, zum regulären Preis von 2 CUC pro Stunde Wifi. Wobei ich mir natürlich gleich ein paar mehr Karten (wie ein Rubbellos) geholt habe um mir das Prozedere in Zukunft sparen zu können.

Da das mobile Internet hier noch keinen Einzug gefunden hat und Handys/Smartphones wohl auch noch nicht allzu lange hier zu erhalten sind, gibt es hier noch sehr viele Telefonzellen bzw. Münzfernsprecher (ohne Zelle drumrum). Diese werden auch noch rege benutzt, es vergeht kein Tag, wo ich nicht mindestens drei Menschen mit einen solchem Gerät telefonieren sehe. Ich erinnere mich ungern an meine Nutzung einer Telefonzelle in Neuseeland zurück als unsere Handys kaputt waren und ich mich gefühlt habe, als ob ich im Jahr 1970 war und für die Leute hier ist das noch völlig normal. Lang lebe der Sozialismus! Obwohl es auf den Plätzen, wo es Wifi gibt, aussieht wie bei uns in der Öffentlichkeit, eine Horde von Menschen, alle über ihr Handy/Tablet/Laptop gebeugt und keiner/kaum einer redet miteinander. Ansonsten sieht man die Cubaner viel miteinander auf der Straße reden, das Kontaktnetz eines jeden ist ziemlich umfangreich. Ich denke, dass hat sich was mit dem System hier zu tun, soll ja angeblich in der DDR auch so gewesen sein im Falle dessen, dass man mal was braucht.

Zu Abend gegessen habe ich für knapp 3€, sehr lecker war es leider nicht. 

Dass sich Cienfuegos jetzt irgendwie besonders französisch anfühlt (oft als solches in den Reiseführern erwähnt) oder aussieht, kann ich als Kulturbanause und Architekturunwissende jetzt nicht behaupten. Es ist eine kleine nette Stadt, die man gut an einem Tag erkunden kann, mehr braucht man aber auch nicht.

Tag 7

Nach einem leckeren und reichhaltigem Frühstück ging es Richtung Innenstadt mit dem Ziel eine Tour nach „El Nicho“, einem Wasserfall 45km von Cienfuegos entfernt, zu machen. Nach einigem Hin und Her habe ich dann das Angebot von Cubatur genommen und habe so 40 CUC für einen nur spanisch sprechenden Fahrer gezahlt. 

Dieser hat mich zuerst zur Guanaroca Lagune gefahren, wo ich mir Flamingos angucken konnte. Dazu musste ich erstmal eine halbe Stunde warten, bis man das eine Pärchen und mich durch das Gestrüpp zum Bootsanleger gebracht hat. Dort wurden wir in kleine grüne Ruderboote gesetzt und los ging die „lustige“ Fahrt, auf der Fahrt hin zu den Flamingos habe ich eine sehr gebrochene Unterhaltung mit dem Ruderer/Kapitän auf Spanisch geführt. Wirklich nah an die Flamingos konnten wir natürlich nicht ran, sind ja wilde Tiere und verschrecken wollten wir sie auch nicht. Trotzdem ist der Schwarm weggeflogen, das sah ziemlich cool aus! Ich habe auch ein paar weiße (jüngere?) Exemplare gesehen, habe generell versucht mit halbwegs ruhiger Hand und schnellem Finger das Geschaukel des Boots auszugleichen und hoffe, dass ich wenigstens ein, zwei gute Schnappschüsse machen konnte. Außerdem haben wir noch Pelikane und einen Komorane gesehen und natürlich Möwen. 

Wieder am Auto ging es los zu El Nicho. Zum Gefährt lässt sich sagen, dass es alt, gelb und ziemlich runtergerockt aussah. Der Fahrer war nicht wirklich gesprächig, ich auch nicht. Die Fahrt fühlte sich mega schnell an, tatsächlich war die Maximalgeschwindigkeit 80 km/h, was sich aufgrund der schlechten Straßen bzw. Flickenteppiche um einiges schneller angefühlt hat. Offensichtlich war der gelbe Blitz aber in einem besseren Zustand als mein Taxi in Havanna, denn wir mussten nur einmal anhalten, damit der Motor etwas runterkühlen und der Fahrer Wasser zum Kühlen nachfüllen (bei sich und dem Auto) konnte. Das war auch in einer etwas hügeligeren Region, da wir uns langsam einer der drei Bergketten von Cuba näherten. Während der Fahrt hörten wir cubanische und Elektromusik und der Fahrer hat mit einer Art Hupe, die sich angehört hat wie eine Mischung aus Jahrmarktquietschgeräusch und eine Sirene aus einem Spielzeugauto (super Beschreibung ich weiß), die werten Passanten und Mitnutzer auf der Straße gewarnt, dass er sich nähert. Je näher wir El Nicho kamen, desto schöner wurde die Landschaft.

Nachdem ich brav den Eintritt gezahlt hatte, ging es los in eine schöne Waldlandschaft. Der Anblick von dem Wasserfall war wirklich schön! Entgegen der Tripadvisorbehauptung war ich alleine dort und musste als Beweis meines tatsächlichen Besuchs ein Selfie machen (in Wahrheit bestimmt mindestens 20). Weiter kraxelte ich zum Poceta de Cristal, wo ich eine Runde in dem erfrischendem Wasser schwimmen ging. Beim Aussichtspunkt blieb mir erstmal die Spucke weg, so toll! Man konnte das ganze Tal sehen, so blieb ich einige Zeit da sitzen und beobachtete wie die Wolken verschiedene Schatten auf die bewaldeten Berge warfen. Zurück auf dem Weg zum Eingang nahm ich noch so einige Abzweigungen vom Weg und war begeistert von der Natur. Sehr natürlich wirkte das gesamte Areal, das ist vielleicht ein Vorteil des Materialmangels, wo ansonsten in „1.Welt Ländern“ sämtliche Wegbegrenzungen und Flussquerungen aus Stahl oder zumindest massiven Holz gebaut werden, ist der cubanische Weg „minimal invasiv“, was mir sehr gut gefallen hat. Sogar die Mülleimer waren lediglich ein Konstrukt von Bananenstaudenblättern (sofern meine botanische Einschätzung richtig ist)! 

Anscheinend als eine der wenigen Personen hatte ich dem Schild über dem Eingang Beachtung geschenkt und wusste so, dass es irgendwo noch einen See geben sollte. Ich habe nach dem Weg gefragt und sogar gefunden! Das war mein absoluter Höhepunkt des Tages, auf dem Weg zum unspektakulären See gab es noch mal einen Wasserfall, aus mehreren Kaskaden bestehend und durch das Licht und das glasklare Wasser hat mich dieses Stück Wasserlauf absolut in seinen Bann gezogen und mir noch viel besser gefallen als El Nicho. Traumhaft!

Die Rückfahrt war ziemlich „ruhig“ und ich habe die vorbeiziehenden cubanischen Dörfer und ihre Einwohner beobachtet. In dieser Gegend von Cuba gibt es quasi auch noch Cowboys, generell sieht man auf der Insel noch viele Kutschen von Pferden oder Maultieren gezogen. Das ist auch gut so, denn die Abgase der Auto machen es ziemlich unangenehm in den Städten zu atmen, ich glaube einen Rußpartikelfilter haben die wenigsten.

Zurück in der Casa habe ich leckeres Abendessen gegessen: Huhn, Reis, „Salat“, frittierte Kochbanane und zum Nachtisch eingelegte Papaya mit Käse. Das hört dich vielleicht etwas merkwürdig an, aber es war sehr gut, auch wenn es in der Tat nicht allzu viele Gewürze hier gibt. Außerdem wurde ein wenig ausgelacht, dass ich kein Spanisch spreche, aber ich gebe mein bestes!

Meine Pläne abends in die Innenstadt zu laufen und dort ein paar Mojitos zu trinken, schienen leider wegen der starken Regenfälle wortwörtlich ins Wasser zu fallen. Als es dann doch trocken wurde, habe ich mein Glück doch versucht und bin in die Innenstadt gegangen. Ich habe Linley und Alex wirklich getroffen, was aber auch nur dem Glück und der geringen Bardichte in Cienfuegos zu verdanken ist. Gemütlich haben wir im Benni Moré ein paar Cocktails getrunken, den nächsten sehr starken Regenguss abgewartet und sind dann gut gelaunt nach Hause.

Tag 8

Mal wieder ein Reisetag. Nachdem ich den Vormittag nur in der Casa verbracht habe, bin ich mit einem Abstecher zum öffentlichen Wifiplatz zur Omnibusstation gelaufen.

Dort hieß es mal wieder warten. Um die Zeit zu verkürzen habe ich bei einem umherziehenden Verkäufern eine Art cubanischer „Mr. Tom“ gekauft. Da ich ja dummer Tourist bin, musste ich 10CUP zahlen und nicht nur sechs wie die Dame kurz zuvor neben mir, da ließ er auch nicht mit sich reden. Eklig wurde es dann als die Ladies, die ich zuvor als Sitznachbarn hatte, abzogen und sich ein älterer, merkwürdiger Mann neben mich setzte. Erst habe ich das nicht so mitbekommen, aber der hat sich die ganze Zeit in einem Schritt rumgefummelt!!! Bei meiner Flucht habe ich dann festgestellt, dass ich die ganze Zeit in der falschen Wartehalle saß, es gibt eine extra Viazul-Wartehalle (von dem Busunternehmen). Das ist im Endeffekt auch nur ein Raum, aber bereits auf die kalten Temperaturen runtergekühlt, sodass der Umstieg in arktischen Bus kein allzu großer Kälteschock mehr war. Ansonsten findet sich dort eher das betuchte Publikum ein.

Die Busfahrt ging mit leicht strapazierten Nerven zu Ende, da die meiste Zeit ein Kind wie am Spieß geschrien hat, ab einem bestimmten Zeitpunkt wollte ich einfach nur noch mit schreien. Die Masse an Leuten, die einem an der Busstation „auflauern“ und einem irgendeine Unterkunft oder ein Taxi andrehen wollen, machen das Ankommen in einer Stadt nicht angenehmer. Die ganzen Machos sind auch zahlreich vertreten, die einem nicht einen Deut ausweichen, bis man notgedrungen selber ausweicht und auf der Straße gehen muss, ist doch egal, dass man wie der letzte Esel bepackt rumläuft. Das ist wohl die Strafe dafür kein Taxi genommen zu haben, aber für einen ca. 5-10 minütigen Weg sehe ich das absolut nicht ein.

Nachdem ich von meinen von Bamba organisierten Homestay erstmal mal wieder an eine andere Casa weitergereicht wurde, sank meine Laune noch mehr. Gänzlich unmotiviert und hungrig machte ich mich also zu meiner Salsa Tanzstunde auf, es blieb noch nichtmal Zeit vorher was zu Essen zu besorgen. Ich warnte meinen Tanzlehrer Yusel vor, was ihn für ein Tanzbär erwartet und angesichts meines langen Gesichts war er am Anfang auch nicht so glücklich. Aber nach zehn Minuten fanden wir ein wenig zueinander und hatten dann doch Spaß. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass in mir irgendein verstecktes Talent zum Salsa tanzen steckt, aber so richtig schlimm habe ich mich, hoffe ich, auch nicht angestellt. Im Endeffekt habe ich mir noch eine Stunde für morgen geben lassen. 😀

Er hat mir ganz geschäftstüchtig noch eine Spanischlehrerin organisiert, aber sein wir mal ehrlich, ich habe es nötig! Es nervt ziemlich immer vor den netten älteren Damen der Casas zu stehen, die ganz glücklich mit einem Konversation betreiben wollen und man wie der Ochs vorm Berg steht und absolut nichts versteht. Nicht das sich das nach 90 Minuten Spanischunterricht ändern wird, aber vielleicht wird das Fragezeichen in meinem Gesicht ein wenig kleiner.

Es gibt mal wieder keine Bilder, die werden dann in Deutschland oder London nachgereicht!

¡Viva Cuba libre! Oder die ersten Tage in Havanna

Da ich ja längere Zeit nichts updaten kann, werde ich einfach einen Tagesreport führen.

Tag 1

Meine Reise nach Kuba begann mit knapp 1,5 Stunden Verspätung, das war zwar langweilig, aber nicht schlimm.

Auf der Insel und am Flughafen angekommen, ging die Suche nach Geld los. Der Flughafen selber erinnert einen an die 70er und das Klopapier muss man sich von vor der Kabine mit in die Kabine nehmen. 

Weil der ATM kein Geld ausgespuckt hat, wie ich eigentlich gehofft hatte, musste ich meine letzten Euro in Cubanische Peso Convertible (CUC) umtauschen, um zumindest das Taxi in die Stadt zahlen zu können. Wie sich herausstellte konnte mein Taxifahrer ein bisschen deutsch, da er damals in Brandenburg zu Sovietzeiten studiert hat.

Im „Hostel“ angekommen, gab es erstmal keine Angestellten und die anderen Backpacker meinten, ich solle einfach mal meine Sachen in den einen Raum stellen. Nach knapp zwei Stunden vor Ort stellte sich dann heraus, dass ich in der falschen Unterkunft war. 😂 In dem Hochhaus gab es mehrere „Hostals“ und ich wurde dann zum richtigen gebracht. Bzw. zuerst in die Wohnung der Betreiber, wo ich dann mit schlechtem Spanisch erklärt habe, dass ich kein Geld habe und morgen erstmal zur Bank müsse. Die Erklärung, wie ich zur Bank komme, hat ein wenig gedauert, immerhin weiß ich jetzt, was Ampel auf Spanisch heißt. Dann wurde ich ins eigentliche Hostal (ich vertippe mich nicht, die werden hier so geschrieben) gebracht, welches einfach nur eine andere Wohnung auf der gleichen Etage war, in der fünf Betten stehen. Hier beginnt also meine Reise im Land von Fidel und Che (dessen Konterfei mir auch schon mehrmals über den Weg gelaufen ist). 

Tag 2

Morgens bin ich dann nach einer Dusche, deren Wasser aus dem Anschluss an die Duschbrause und nicht der Duschbrause selber rauskam, zur Bank gelaufen. Die ließ sich einfacher finden als gedacht. Ich musste nur warten, weil anscheinend nur eine Person mir mit meiner MasterCard helfen konnte, obwohl mindestend fünf andere unbeschäftigt waren. Eins kann ich sagen, Sicherheit wird groß geschrieben, die Dame wollte mir erst kein Geld geben, weil meine Unterschrift auf meinem Reisepass anders aussieht als, auf meiner Kreditkarte. Da der eigentliche Betrag, den ich haben wollte, eine Unterschrift vom Polizisten benötigt hätte, bin ich dann mit weniger von dannen gezogen. Zurück in der Wohnung, habe ich mir erstmal ein paar Tipps geben lassen, von dem einen Pärchen, welches heute wieder abgereist ist. Da habe ich dann auch Marion getroffen, mit der ich den Tag über auch durch die Stadt gelaufen bin. Da diese die ersten 12 Jahre in der DDR aufgewachsen ist, fühlte sie sich bei einigen Anblicken an diese erinnert. Die anfängliche Begeisterung  dafür nahm aber auch schnell ab. 

 Zuerst mussten wir durch das Armenviertel bzw. das Standardhavanna laufen, in dem über die Hälfte der Gebäude baufällig ist. Irgendwann waren wir richtig froh, endlich in dem touristischen Teil angekommen zu sein, dass wir uns gleich niedergelassen haben, um was zu Essen und zu trinken, was sich am Ende als Fehler rausstellte, da wir die Standard europäischen Preise zahlen durften. Weiter zur Wasserfront und wieder in die Touristenstraßen haben wir uns von den Menschenmassen treiben lassen, sämtliche Angebote für Taxis und Restaurants ignoriert und waren froh am Ende wieder draußen zu sein. Das alte Havanna ist ein wenig hübscher als der Rest, weil man dich noch die Mühe macht und die Häuser bunt streicht und ein bisschen besser in Stand hält. Man kann dort auch für europäische Verhältnisse günstig essen. Besser ist es jedoch, wenn man etwas weiter von dort weggeht und seine CUC in CUP, das nationale Geld eintauscht, um in den dortigen Geschäften zu kaufen. Wenn man keine CUP hat und stattdessen mit CUC zahlt, bekommt man CUP zurück und wird dabei auch gern übers Ohr gehauen. Eine Flasche Havanna Rum geht hier bei ca. 5€ los, weswegen wir auch gleich eine gekauft haben. 

Da direkt gegenüber von unserer Bleibe das Baseball-Stadion ist, haben wir uns entschlossen ein Spiel anzugucken. Als Ausländer darf man gleich 3CUC zahlen, wohingegen die Einheimischen 1CUP zahlen, dabei sei erwähnt, dass 1 CUC = 1€ = 24 CUP sind. Mit anderen Worten, man wird hier auf Kuba als Tourist gemolken wie die goldene Kuh. Das schmälert die Freude hier zu sein etwas. Das Spiel war, wie fast jedes Baseballspiel, nicht sonderlich interessant und so haben wir uns wieder in unsere Wohnung zurückgezogen und uns nett mit Anita, der dritten Deutschen unterhalten.

Mythos Kuba

Es stimmt hier fahren viele alte Autos rum, aber eher wenige sind wirklich so schön zurecht gemacht wie damals.  Es gibt aber auch neue Modelle, nur halt keine amerikanischen, sondern asiatische und ein paar europäische. Ansonsten spürt man den Sozialismus ein wenig, in den Läden gibt es nur begrenzte Auswahl, es gibt eigentlich keine Supermärkte, alles wird in Bargeld abgehandelt. Aber man merkt das Kuba ein eher ärmeres Land ist, vorallem an den Straßen und Fußwegen, wobei erstere noch erstaunlich gut sind, was evt. auch daran liegen kann, dass die Kubaner wohl gern Auto fahren und ungern zu Fuß gehen. Die Häuser wirken schnell verwahrlost und manchmal fragt man sich, ob dort tatsächlich noch Menschen wohnen. Viele der Bauten stammen wohl noch aus der Kolonialzeit und nur manche, wie zum Beispiel das Baseballstadion eher aus den 70ern. 

Mit anderen Worten: Kuba hat mich noch nicht allzu sehr in den Bann gezogen und ich bin froh, dass ich heute Marion dabei hatte, da diese zumindest etwas spanisch spricht. Das Essen scheint hier nicht allzu sehr der Renner zu sein und ich bin mal gespannt, was ich so die nächsten Wochen hier zu mir nehmen werde. Glücklicherweise hat Anita gesagt, dass Havanna am chaotischsten und „schlimmsten“ von den Städten ist, die sie besucht hat. Das gibt mir etwas Hoffnung, da ich gerade eher ungern in dieser Stadt bin. Aber ich denke, ich werde hier alles halbwegs entspannt angehen (viel anderes bleibt mir auch nicht übrig) und bald geht ja auch ein Teil meiner organisierten Kubareise los. 

Tag 3

Ziemlich unmotiviert bin ich aufgestanden und habe die ersten Stunden nur damit verbracht mich mit den anderen beiden zu unterhalten. Schließlich konnte ich mich immerhin aufraffen den Weg zur Fernbusstation zu machen. Wodurch ich kreuz und quer durch den äußeren Bereich von Havanna gelaufen bin, so habe ich auch durch Zufall die Plaza de la Revolucion gefunden. Mein Ziel meine Coupons in richtige Fahrkarten umzutauschen und meine eine Fahrt zu ändern, habe ich leider nicht erreicht, weil es noch nicht der Abreisetag war und ich das Ticket angeblich nur vor Ort ändern kann. Unverrichteter Dinge bin ich dann eine andere Route zurück gelaufen.

Von der Tour aus wurde ich heute für die nächsten zwei Nächte in ein Hostel downtown eingebucht und musste deswegen den Weg mit meinem Gepäck in die Innenstadt antreten. Nicht gewillt den ganzen Weg zu Fuß zu laufen, habe ich das erste Taxi genommen, welches ich finden konnte, ein ziemlich klappriger Citroën. (Ich muss immer noch lachen, wenn ich an die Situation zurückdenke xD ) Aber fangen wir von vorne an: Das Auto fiel nicht nur äußerlich beinah auseinander, sondern auch drinnen, von der Polsterung war nicht mehr viel zu spüren, aber immerhin hat mein Fahrer, der kein Wort Englisch konnte, sorgsam jedes Schlagloch umfahren. Aber bis es überhaupt dazu kam, dass das Auto überhaupt losfuhr, musste es erstmal angeschoben werden, von seinem Kumpel, der mir die Fahrt klargemacht hat. Zwischendurch ging der Motor wieder aus, glücklicherweise befanden wir uns gerade auf einem abschüssigen Stück und er sprang wieder an. Das klappte beim zweiten Mal nicht mehr so gut. Der Fahrer stieg dann aus und begann das Auto zu schieben. Ein netter Fahrgast wie ich bin, bin ich auch ausgestiegen und habe mitgeschoben. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen wie das ausgesehen hat. 😀 Mir wird hier eh schon andauernd nachgepfiffen usw. weil ich blond/Tourist/weiblich bin, wenn man dann noch ein marodes Taxi schiebt, sind einem die Blicke erst recht sicher. So schoben wir erstmal bis zur nächsten Tankstelle, wie sich dann herausstellte. Aber nicht auf die Tankstelle selber, das wäre ja zu einfach gewesen, nein auf die andere Straßenseite, der Fahrer zog dann mit einem Kanister los um Benzin zu kaufen und ließ mich erstmal da stehen, ich wurde weiterhin begafft wie das Tier im Zoo. Benzin war nicht das einzige Problem was dieses Auto am fahren hinderte, also wurde die Motorhaube geöffnet und dort noch fleißig rumgewerkelt, ich durfte dann noch die Zündung betätigen, während er irgendwas am Motor rumgewurschtelt hat. Irgendwann sprang es dann halbwegs an, bzw. nachdem wir wieder angeschoben haben und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Anscheinend kannte ich mich in der Innenstadt besser aus als er, was er allerdings gekonnt ignorierte und lieber mehrere andere Leute fragte. Irgendwann kam ich endlich bei meinem Hostel an, welches eine angenehme Überraschung war. Dort habe ich noch mit Julia einem anderen deutschen Mädchen geredet, bis sich unsere Wege trennten und ich mich auf die Suche nach Essen machte. Wie der Zufall es so wollte, saß in dem Restaurant, welches ich auserkoren hatte, das australische Pärchen, welches im gleichen Flug von Cancun saß und mit dem ich schon Bekanntschaft am ATM geschlossen hatte, weil deren Karten dort auch nicht funktioniert haben. So haben wir uns nett unterhalten, gegessen und sind noch weiter in eine andere Bar gegangen, in der man einen Blick über die Dächer von Havana hat. Bei Nacht ist der nicht so beeindruckend, da nur wenige Gebäude angestrahlt werden, nicht so wie in anderen Metropolen. Aber es war ein netter Abend und vielleicht treffen wir uns in Cienfuegos wieder.

Tag 4

Nach einer unruhigen Nacht, frühem Aufstehen und einem einfachen Frühstück kam Anita (mein lokaler Tourguide) vorbei und meine ganztägige Stadtführung begann, mal eine angenehme Erfahrung rinen ganz prrsönlichen Guide zu haben. Sie führte mich kreuz und quer durch das alte Havanna. Sie erzählte mir zu ziemlich vielen alten Gebäuden die passende Geschichte und brachte mir die reiche Historie von Kuba näher, die weit mehr bereithält als die Revolution in den 50/60er Jahren. Was ich persönlich recht interessant fand, denn so habe ich innerhalb von einer Woche zwei Geschichtscrashkurse bekommen, über die Maya/Mexico und hier über Havanna/Kuba, denn diese Themenbereiche wurden spärlich bis gar nicht in meinem Geschichtsunterricht in der Schule abgehandelt. Sie hat mir auf dem Schwarzmarkt (ohne Witz) für 3CUC eine dieser Wifi-Karten besorgt, mit der ich für eine Stunde auf öffentlichen Plätzen ins Internet kann. So haben wir uns die langen Schlangen an den offiziellen Verkaufstellen gespart und es war auch günstiger als es bei einem Hotel zu kaufen (5CUC). 

Wir haben günstig in einem staatlichen, sehr hübsch gelegenem Restaurant typisch kubanisch (Reis, gekochter Kürbis, Zwiebeln und Fleisch) zu Mittag gegessen. Danach ging es noch durch die nicht ganz so hübschen bzw. nicht für die Touristen hergerichteten Bereiche der Stadt gelaufen, wo wir auch über verschiedene Märkte gelaufen sind. Dort gehen die Kubaner einkaufen, wenn sie etwas für den Haushalt oder neue Kleidung brauchen. Das ganze ist so halb legal, weil dort Sachen verkauft werden, die Kubaner von ihren Verwandten/Bekannten mit nach Kuba gebracht bekommen, da die offizielle Einfuhr nicht möglich ist, aber diese laut Anita wesentlich bessere Qualität haben, als die von der Regierung bereitgestellten Dinge. Ansonsten sah sich Anita mit meinem Fragenansturm konfrontiert, weil ich die Gelegenheit genutzt habe, um so ziemlich jede blöde Frage zu stellen, die mir so einfiel. Sie hat es mit einer Engelsgeduld ertragen und beantwortet und immer darauf geachtet politisch korrekt zu bleiben, da sie sonst evtl. Probleme bekommen könnte. 

Nachdem wir noch an der Malecon waren, der langen Küsten- und Flanierstraße in Havanna sind wir mit einem Sammeltaxi für 20 CUP (<1€) durch den Tunnel auf die andere Seite der Bucht gefahren. Dort haben wir uns ein wenig das Fort von den Spaniern angeguckt und auch die große Christusstaue, die eine der eher wenigen Dinge ist, die auch nachts hell angeleuchtet wird. Danach ging es von Casa Blanca aus wieder zurück nach Havanna, diesmal mit einer kleinen Fähre für 20 ct CUP (<1ct €!!!). Mir wurde noch die große Bahnstation und ein Lebensmittelmarkt (ein bisschen wie ein dreckiger und unhygienischer Wochenmarkt) gezeigt. Zum Abschluss sind wir in das Café vom Schokoladenmuseum gegangen um für 55ct die beste Trinkschokolade, die ich jemals hatte, zu trinken. Die war so unfassbar cremig, das habe ich noch nie gesehen, das Schokoladenstückchen, welches ich noch zusätzlich reingeworfen haben, ist einfach nicht gesunken! Ich war absolut aus dem Häuschen, da muss ich an meinem letzten Tag in Havanna unbedingt nochmal hin! ❤

Danach haben sich unsere Wege für ein paar Stunden getrennt. Bevor sie mich um halb acht wieder am Hostal abgeholt hat, damit wir gemeinsam mit dem öffentlichen Bus für 1 CUP (<5ct €) wieder zum Fort fahren konnten. Denn um neun Uhr abends wird dort symbolisch eine „Kanonenkugel“ abgefeuert, womit an die spanische Kolonialzeit und die Schließung der Stadt täglich abends um acht erinnert werden soll. Mit anderen Worten, eine Veranstaltung für die ganzen Touristen. War aber ganz lustig anzusehen, weil eine kleine Show veranstaltet wird, bei der sich ein paar Rekruten der kubanischen Armee in die alten Uniformen der Spanier werfen und durch die Gegend marschieren, mit Geschrei, Getrommel und Fackeln. 😀

Es war ein sehr aufschlussreicher Tag, der mir Havanna und Kuba näher gebracht hat und ich mich ein bisschen mehr akklimatisiert habe. Es war ein schöner Tag nicht nur von Wetter her, Anita war super nett, die neben der Tätigkeit als Tourguide noch als Flamencotänzerin/-sängerin arbeitet. Aber er war auch sehr anstrengend, da wir sehr viel gelaufen sind und bei weitem nicht alles relevante gesehen haben, aber das ist zu Fuß in Havanna an einem Tag auch nicht wirklich möglich. Es sei auch erwähnt, dass Havanna eine unfassbare Anzahl an Museen hat, von dem wir nicht ein einziges besucht haben,  zum einem weil sie montags geschlossen sind und sie auch nicht allzu toll sein sollen. 😉

Tag 5

Heute stand endlich meine Abreise aus Havanna an und ich binmot dem Touridtenüberlandbus „Viazul“ knapp fünf Stunden nach Cienfuegos gefahren. Davon wurde eigentlich auch alles eingenommen am Tag. Das Wetter war nicht toll, so habe ich den Nachmittag eher genutzt um mich noch ein wenig mehr über Kuba zu belesen (hatte mir vor Anreise noch einen Haufen kostenloser Leseproben von Reiseführern runtergeladen) und zu chillen.

Am Abend habe ich mich aufgemacht Internet zu suchen, um diesen Beitrag wenn auch ohne Bilder hochzuladen.

Mein Resümee von Kuba (fairerweise sollte ich eigentlich Havanna sagen) fällt eher nicht so positiv aus. Ich bin wohl einfach zu kapitalistisch, aber es ist anstrengend z.B. Schokoladenkekse zu finden, auch wenn man ab und zu so eine Art Supermarkt findet, sind die Regale halb leer und es gibt nur wenig Auswahl, meist nur eine Art von dem Produkt.

Andauernd wird man angesprochen, ob man nicht was kaufen will oder ein Taxi braucht. Solche Leute wird man nur los, wenn man sie absolut ignoriert oder resolut Nein sagt, was jetzt auch kein tolles Gefühl ist. Viel nerviger finde ich langsam das ganze Hinterhergepfeife und Angequatsche à la „you’re beautiful“ (einziges englisches Vokabular). Auch wenn man an sich sicher ist, fühle ich mich dadurch eher unwohl und ich bin froh, wenn ich nicht unbedingt alleine durch die Straßen laufe. Absolute Machod hier!!! 

Meine minimalen Spanischkenntnisse machen das ganze nicht einfacher, aber sie werden langsam besser. Vorallem wenn es darum geht, irgendwas käuflich zu erwerben, ist handeln angesagt, da man ansonsten ausgenommen wird wie die goldene Gans, wie bereits erwähnt. Günstig ist der Aufenthalt nicht, da man keine Hostals im klassischen Sinne mit Küche hat, sondern beim Essen auf Restaurants oder Cracker, Obst angewiesen ist.

Die Cubaner sind wirklich nett, solange die Profit mit dir machen können, wie es halt überall auf der Welt ist. Dieses Land ist einfach voll von Widersprüchen und so ganz komme ich noch nicht damit klar. Ich habe auch noch zwei Wochen dafür Zeit und vielleicht bin ich am Ende ja auch so begeistert wie die meisten anderen, die hier waren.

Bis zum nächsten Mal! Hasta luego!